Die Grüne Alternative Freiburg solidarisiert sich mit den Hausbesetzer*innen der Guntramstraße 44

Wir sind den Menschen, die die Hausbesetzung in der Guntramstraße 44 durchgeführt haben, zu Dank verpflichtet. Sie haben nämlich ihren Finger in eine Wunde gelegt, die bisher zu sehr verdeckt wurde: Leerstand und Gentrifizierung in etlichen Stadtteilen in Freiburg.
„Dass gerade im Stühlinger ein Haus besetzt wurde, ist kein Zufall“, so Vorstandsmitglied Christoph Löffler. „Können wir doch seit geraumer Zeit, allerspätestens seit Inbetriebnahme des neuen Rathauses im Stühlinger Veränderungen vor Ort beobachten: bisherige Mieter*innen müssen ausziehen, weil Wohnungen wegen Eigenbedarfs gekündigt werden, teure Modernisierungen oder Sanierungen angekündigt werden und die bisherigen Bewohner*innen nicht wissen, ob und wie sie weiterhin die Mieten finanzieren können.“
Felix Beuter, der auf Listenplatz 2 der Kommunalwahlliste der GAF kandidiert: „Wir hätten uns gewünscht, dass die Polizei mit mehr Gefühl für die Verhältnismäßigkeit an die Räumung herangeht. Weder waren mobile Hundekäfige vor Ort notwendig, die durch die Geräuschkulisse Gespräche oder Verhandlungsversuche unmöglich machten, noch war es notwendig, dass die Polizei ohne jegliche Vorankündigung „robust“, d.h. mit körperlichem Einsatz, Menschen von den Gehwegen und der Straße vor dem Haus wegdrängte.“
Monika Stein, Stadträtin der Grünen Alternative Freiburg in der JPG-Fraktion und Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl ergänzt: „Es ist an der Verwaltung, klar zu machen, dass Leerstandsmeldungen konsequent verfolgt werden und Zweckentfremdung in Freiburg nicht toleriert wird. Deswegen hat der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung die Verlängerung der seit 01.02.2014 geltenden Zweckentfremdungssatzung beschlossen. Die Verwaltung muss konsequent umsetzen, was Oberbürgermeister Horn im OB-Wahlkampf angekündigt hatte: Zweckentfremdung muss in Freiburg bestraft werden.“
Lina Wiemer, Listenplatz 3 der Kommunalwahlliste: „Wir haben in Freiburg Wohnungsnot. Zahllose Menschen leben in beengten Verhältnissen, sind auf der Wohnungssucher*innendatei, weil sie von Wohnungslosigkeit bedroht sind oder überlegen, ob sie aus Freiburg wegziehen müssen, weil sie keinen Wohnraum in Freiburg finden. Da sollte jeglicher Wohnraum, der vorhanden ist, auch Menschen zur Verfügung gestellt werden.“
Abschließend äußert sich Manos Junker, Vorstandsmitglied der Grünen Alternative Freiburg und Platz 4 der Kommunalwahlliste:
„Wir fordern Hausbesitzer*innen in Freiburg dazu auf, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst zu sein. Wer Wohnungen besitzt, sollte sie auch bewohnen lassen. Wohnungen dürfen keine Spekulationsobjekte sein.“